Die Grundsteuer ist eine jährliche Steuer auf Grundbesitz, die jeder Eigentümer an seine Gemeinde zahlt. Seit 2025 wird sie nach neuen Regeln berechnet: Grundsteuerwert mal Steuermesszahl mal Hebesatz der Gemeinde. Wie hoch sie ausfällt, hängt stark davon ab, in welcher Kommune deine Immobilie liegt, denn den Hebesatz legt jede Gemeinde selbst fest.
Das Wichtigste in 60 Sekunden • Die Grundsteuer zahlt jeder Eigentümer jährlich an die Gemeinde, meist in vier Raten. • Die Formel: Grundsteuerwert × Steuermesszahl × Hebesatz. • Den Hebesatz bestimmt jede Gemeinde selbst, deshalb schwankt die Höhe stark. • Seit 2025 gilt die reformierte Berechnung, viele Bescheide haben sich dadurch geändert. • Bei vermieteten Immobilien kannst du die Grundsteuer über die Nebenkosten auf den Mieter umlegen.
Was ist die Grundsteuer?
Die Grundsteuer ist eine Steuer auf den Besitz von Grundstücken und Gebäuden. Sie fließt an die Gemeinde, in der die Immobilie liegt, und finanziert dort öffentliche Aufgaben. Für Wohnimmobilien gilt die Grundsteuer B.
Anders als die Grunderwerbsteuer, die einmalig beim Kauf anfällt, zahlst du die Grundsteuer jedes Jahr, solange dir die Immobilie gehört.
Wie wird die Grundsteuer berechnet?
Die Grundsteuer ergibt sich aus drei Faktoren, die miteinander multipliziert werden.
Die Formel lautet: Grundsteuerwert × Steuermesszahl × Hebesatz. Das Finanzamt ermittelt den Grundsteuerwert und den Messbetrag, die Gemeinde wendet ihren Hebesatz an und schickt dir den Grundsteuerbescheid.
Rechenbeispiel Steht in deinem Bescheid ein Grundsteuermessbetrag von 100 Euro und setzt deine Gemeinde einen Hebesatz von 500 Prozent an, ergibt sich eine jährliche Grundsteuer von 500 Euro (100 × 5). Den Hebesatz bestimmt jede Gemeinde selbst, deshalb kann derselbe Messbetrag anderswo deutlich höher oder niedriger ausfallen. Deine konkreten Werte stehen in deinem Bescheid.
Was hat sich mit der Grundsteuerreform geändert?
Bis Ende 2024 beruhte die Grundsteuer auf veralteten Einheitswerten. Seit 2025 gilt eine reformierte Bewertung, für die alle Eigentümer eine Grundsteuererklärung abgeben mussten. Dadurch haben sich viele Beträge verändert, manche nach oben, manche nach unten.
Was sich im Detail geändert hat und wie du deinen neuen Bescheid einordnest, steht im Beitrag Grundsteuerreform.
Wer zahlt die Grundsteuer und wann?
Die Grundsteuer zahlt, wem die Immobilie zum Jahresbeginn gehört. Fällig wird sie meist vierteljährlich, zu festen Terminen im Februar, Mai, August und November.
Vermietest du die Immobilie, kannst du die Grundsteuer als Teil der Betriebskosten auf den Mieter umlegen. Verkaufst du unterjährig, regelt der Kaufvertrag, wie die Grundsteuer zwischen dir und dem Käufer aufgeteilt wird.
„Ein Grundsteuerbescheid sollte geprüft werden, vor allem wenn sich der Betrag seit der Reform deutlich verändert hat. Häufig liegen Abweichungen nicht am Hebesatz allein, sondern an den zugrunde gelegten Angaben zur Immobilie oder am festgesetzten Grundsteuerwert.“
Jan-Philipp KöttingCEO von PropertyPilot
Zusammenfassung
Die Grundsteuer ist die jährliche Abgabe auf deinen Grundbesitz an die Gemeinde. Sie ergibt sich aus Grundsteuerwert, Steuermesszahl und dem Hebesatz deiner Kommune, weshalb sie von Ort zu Ort stark schwankt. Seit der Reform 2025 stehen in vielen Bescheiden neue Beträge. Prüf deinen Bescheid, und wenn du vermietest, denk an die Umlage auf den Mieter.
Häufig gestellte Fragen
Studierter Betriebswirt, hat zuvor Startups mit aufgebaut und entwickelt heute das digitale Zuhause für die eigene Immobilie.
Alle Artikel von Michel Frech →Verwendete Quellen
- Grundsteuergesetz (GrStG)
- Bewertungsgesetz (BewG), Ermittlung des Grundsteuerwerts
- Informationen der Finanzverwaltung zur Grundsteuerreform
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